Wer Per Kirkeby vor allem über seine großformatigen Gemälde kennt, erhält in dieser Ausstellung einen konzentrierten, überraschend unmittelbaren Zugang zu seinem Denken. Das Museum Jorn richtet den Blick bewusst auf das Medium Zeichnung – als eigenständige künstlerische Form und als Ort, an dem Ideen entstehen. Unter dem Titel „Considerations and Observations“ zeigt die Ausstellung Zeichnungen aus den Jahren 1979–1989 – eine Phase, die auf Kirkebys internationalen Durchbruch verweist und die seine bildnerischen Überlegungen besonders klar erkennbar macht.
Die Ausstellung beschreibt die Zeichnung als Ort, „wo Ideen auftauchen“: Kirkeby testet Motive, denkt Formen durch und untersucht Möglichkeiten von Malerei – auf Papier verdichtet und unmittelbar. Der Titel der Ausstellung geht laut Museum auf Kirkeby selbst zurück und verweist auf die Spannung zwischen Wahrnehmen und Denken, zwischen dem, was registriert wird, und dem, was interpretiert wird. In diesem Spannungsfeld entfaltet sich die Ausstellung als Arbeitsblick „von innen“: Zeichnungen und Bronzen stehen eigenständig und laden zur konzentrierten Betrachtung ein.
Die Ausstellung betont, dass hinter den monumentalen Leinwänden eine „direktere Spur“ liegt: die Zeichnung. Die Blätter werden dabei nicht als klassische Vorstudien verstanden, sondern als eigenständige Werke, die einen nahen Einblick in Kirkebys Blick und Arbeitsprozess geben. Im Zentrum stehen Zeichnungen aus 1979–1989 – einem Zeitraum, in dem Kirkeby Motive erprobt, Formen „durchdenkt“ und Fragen von Landschaft, Geschichte und Malerei auslotet. Gerade diese Dekade wird als Schlüsselphase beschrieben, weil sie den Kontext seines internationalen Durchbruchs umspannt. Die Zeichnungen sind im Dialog mit einer Auswahl von bronzenen Skulpturen Kirkebys präsentiert – formal als Entsprechung bzw. Weiterführung der Überlegungen, die auf dem Papier sichtbar werden. So entsteht eine Gegenüberstellung von „unmittelbar“ und „reflektiert“ – ein Wechselspiel, das die Ausstellung ausdrücklich herausarbeitet. Die Inszenierung wird als einfach und fokussiert beschrieben: keine spektakuläre Bühne, sondern Raum, um wirklich zu schauen. Genau dieses Format soll eine neue Perspektive auf einen Künstler ermöglichen, den viele bereits zu kennen glauben – und zeigt, wie „große Bewegungen“ im Kleinen entstehen.
Wichtige Daten:
- PER KIRKEBY – Considerations and Observations
- Zeitraum: 20.03.2026 – 21.06.2026
- Museum Jorn, Gudenåvej 7–9, DK 8600 Silkeborg
- Täglich 10:00–17:00 (Mo–So)
- Mehr Infos: museumjorn.dk



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