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	<title>Leben mit Kunst Archive - Galerie RIECK</title>
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	<title>Leben mit Kunst Archive - Galerie RIECK</title>
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		<title>1. Kunst macht was!</title>
		<link>https://www.galerie-rieck.de/leben-mit-kunst-beitrag-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[saliadm2]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 10:32:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie RIECK]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenösische nordische Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.galerie-rieck.de/leben-mit-kunst-beitrag-1/">1. Kunst macht was!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.galerie-rieck.de">Galerie RIECK</a>.</p>
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	<p>Eine private Bemerkung vorab: In meinem Büro hängt ein Bild, vor dem ich mich jedes Mal verbeuge, bevor es ans Tagwerk geht. Weniger aus Ehrerbietung, sondern um Selbstlosigkeit zu üben. Kunst macht so etwas mit mir.</p>
<p>Was Kunst mit einem macht, ist selbstverständlich individuell. Nehmen wir an, über Ihrem Sofa hängt das Bild eines Kreises, mit breitem Pinsel gemalt. Vielleicht produzieren Sie Autoreifen und gehen ganz in ihrem Beruf auf. Stellen Donuts her. Sind Designer mit einer Vorliebe für organische Formen. Oder Geografielehrer. Vielleicht feiern Sie aber auch die Vollkommenheit an sich oder den Zyklus der Jahreszeiten, wünschen sich eine Umarmung oder Schutz vor dem Chaos. Möglicherweise, sollten Sie sich dem Zen-Buddhismus verbunden fühlen, zelebrieren Sie auch einfach die Leere.</p>
<p>Das Bild jedenfalls hat etwas in Ihnen ausgelöst und wird zugleich etwas über Sie aussagen. Mehr vermutlich als Ihr Fußboden oder Ihr Badezimmerschrank. Kunst ist stets Statement. Wer Sie sind. Wer Sie sein wollen.</p>
<p>Aber Kunst ist wesentlich mehr als Psycho-Test oder geachtete Kulisse – und mehr als bloß Farbe auf Leinwand sowieso. Kleiner Hinweis am Rande: Dieser Text erscheint auf der Website einer Galerie. Kunstformen wie Film, Literatur, Musik oder Theater unterschlagen wir daher, auch wenn wir diese durchaus schätzen.</p>
<p>In welcher Form auch immer: Kunst ist ein Gesprächspartner. Und Sie entscheiden, ob Sie eine bedeutsame Zeit Ihres Alltags im Austausch verbringen wollen. Ob er heilsam und beruhigend wirkt. Von inneren Wünschen und Sehnsüchten erzählt. Oder beharrlich nachhakend ausfällt. In jedem Fall erhält Ihr Leben eine weitere, eine erweiternde Ebene.</p>
<p>Denn Kunst weist ja über das rein Funktionale hinaus. Sie kann daran erinnern, was wichtig ist. Nehmen wir Gustave Courbets „Der Ursprung der Welt“ aus dem Jahre 1866, ein Gemälde, das jeder kennt, der sich ansatzweise für Kunst interessiert. Markiert es doch – auch durch den Widerspruch von Motiv, fotografischer Exaktheit, Bildausschnitt und Titel – einen Schlusspunkt des Realismus. Das Werk war damals ein Skandal, wurde verborgen, damit zum Mythos und ist bis heute umstritten, weil es so viele Interpretationen ermöglicht. Darstellung des paradiesischen Urzustands? Kalkulierter Tabubruch? Ziel zahlreichen Begehrens? Feier der Mutterschaft? Prototyp des männlichen Blicks? Ja, wohl alles. Fest steht: Ohne das, was auf dem Bild zu sehen ist, gäbe es uns alle nicht.</p>
<p>Kunst ist aber nicht nur vielschichtig, sondern wirkt auch therapeutisch. Sie gibt der Seele Hoffnung, wenn sie etwas Angenehmes zeigt, einen schlichten Strand im skandinavischen Abendlicht etwa. Sie ist Wegweiser zur Selbsterkenntnis, gerade, wenn Bilder – wie die von Elke Hergert – abstrakt sind, im selben Moment gleichwohl vertraut erscheinen. Studien haben zudem ergeben, so das Magazin „Psychologie Heute“ schon 2020, dass die Auseinandersetzung mit Kunst die persönliche Belastbarkeit wie das Gedächtnis stärkt.</p>
<p>In sieben Punkten und etwas pathetisch formuliert:</p>
<ul>
<li>Kunst schaltet das Licht an – damit man schärfer sehen kann.</li>
<li>Kunst kommt ohne Worte aus – und übertrifft viele Erklärungen.</li>
<li>Kunst präsentiert Erfahrungen, die man nie gemacht hat – und vergrößert damit das eigene Innere.</li>
<li>Kunst schafft Identität – indem man sich mit ihr auseinandersetzt, nimmt man sich selbst ernst.</li>
<li>Kunst ist ein Gegengift – macht eine hektische, auf Effizienz und Konkurrenz getrimmte Welt vergessen.</li>
<li>Kunst schockiert manchmal – hilft also dem Kreislauf auf die Sprünge.</li>
<li>Und schließlich: Kunst kann sehr, sehr komisch sein – sie weiß ja, dass niemand gern Pessimisten zuhört.</li>
</ul>
<p>John Armstrong, schottischer Kunsthistoriker, und Alain de Botton, in Zürich geborener Gründer der „School of Life“, haben gemeinsam das Buch „Wie Kunst Ihr Leben verändern kann“ (Suhrkamp Verlag) verfasst. Sie sehen in der Kunst ein Werkzeug. Ein Messer oder eine Wasserflasche sind für die Autoren eine Erweiterung des Körpers, um dessen Unzulänglichkeiten beim Teilen und Transportieren zu beheben. Kunst, meinen sie, leistet exakt dasselbe – nur eben auf geistiger und emotionaler Ebene. Wer mit Kunst lebt, redet sich also nicht die Wirklichkeit schön, sondern lässt sich die Augen für ihre Schönheit öffnen.</p>
<p>Oder, wie ich es lapidarer definieren würde: Kunst stellt Fragen. Oft genug diese: „Was soll das denn?“</p>
<p>Für mich ist das eine sehr gute Frage. Sie verunsichert, zwingt zum Aushalten des Störenden, führt weiter. Antworten können da ziemlich interessant werden.</p>
<p>Eine private Bemerkung zum Schluss: Das eingangs erwähnte Bild stammt von Nils Koppbruch aus einer Art-brut-Serie aus dem Jahr 1999. Es zeigt – eines seiner wiederkehrenden Motive – das zufriedene Paar Bo und Hernanda und wird von sonnigem Orange und Moosgrün beherrscht. In der nächsten Folge geht es, Sie ahnen es eventuell, um Farben und deren Wirkung.</p>
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	<p><strong>Kunstvolle Gedanken von Helmut Ziegler<br />
</strong>Geboren 1958 in Hamburg, unterwegs als Autor, Journalist und Rentner (nebenberuflich). Für das Zeit-Magazin besuchte er Künstler von Martin Eder bis Jonathan Meese in ihren Ateliers. Zuletzt erschien sein Roman „Das letzte Buch“. Mehr zu ihm: <a href="http://www.ha-zett.de">www.ha-zett.de</a></p>
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		<title>2. Farben können viel!</title>
		<link>https://www.galerie-rieck.de/leben-mit-kunst-farben-koennen-viel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gordon Gröfke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 10:31:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie RIECK]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenösische nordische Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.galerie-rieck.de/leben-mit-kunst-farben-koennen-viel/">2. Farben können viel!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.galerie-rieck.de">Galerie RIECK</a>.</p>
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	<p>Eine private Bemerkung vorab: Nach der Lieblingsfarbe befragt, sage ich oft: »bunt«. Klingt lahm, ich weiß. Ist auch geklaut, von Walter Gropius, dem Architekten und Bauhaus-Gründer. Obendrein noch gelogen. Aber Farbe ist mehr als Dekoration – und die Replik hält mir all jene vom Hals, die Rückschlüsse auf meinen Charakter ziehen.</p>
<p>Es ist nämlich so: Sie lieben Rot? Dann steht Impulskontrolle bei ihnen nicht im Vordergrund. Vielmehr sind Sie extrovertiert, laut, feurig und neigen gern dazu, Risiken einzugehen. Weiß? Sie schätzen Struktur und Klarheit und fühlen sich in Begriffen wie Ordnung, Sachlichkeit, Kontrolle, Disziplin zu Hause. Gegen den Wert Unauffälligkeit haben Sie auch nichts. Oder vielleicht Blau? Klingt nach innerer Ruhe und Seriosität, guter Konzentrationsfähigkeit bei hoher Frustrationstoleranz – jene Mischung, die mit hoher Intelligenz verbunden ist.</p>
<p>Es ist nämlich so: eher Mumpitz. Genauer: Das Ergebnis einer Befragung von 80 Studierenden der Fachbereiche Grafikdesign und Informatik. Eine kleine Datenbasis also, eine spitze Gruppe Interviewter sowie waghalsige psychologische Schlussfolgerungen. Heißt das im Umkehrschluss, wer sich mit Kunst umgeben will, kann auf die Wirkung von Farben pfeifen? Im Gegenteil, es ist bloß kompliziert. Die Farben, die wir mit den etwa sechs Millionen Zapfen pro Netzhaut wahrnehmen, die ins Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet werden, sind reflektierte Lichtwellen. Funktionieren die Zapfen nicht perfekt, kommt es bei einem von zwölf Männern und einer von 200 Frauen zu Farbenblindheit. Als Interpretation des Gehirns variieren Farbnuancen auch individuell – bei den sieben Millionen Farben, die Menschen erkennen, kein Wunder. Und ganz grundsätzlich, das behauptet die britische Kulturhistorikerin Kassia St. Clair in ihrem Buch The secret Lives of Colours, »ist die Farbe, die wir an einem Objekt wahrnehmen, genau die Farbe, die es nicht hat, nämlich der Teil des Spektrums, der wegreflektiert wird.«</p>
<p>Unstrittig aber: Farben besitzen Macht. Aus der Placebo-Forschung weiß man, dass Scheinmedikamente Reaktionen auslösen, obwohl die Patienten wissen, dass ihnen null Wirkstoff verabreicht wird. Das Verrückte: In roten Kapseln wirkt der besser als in weißen. Mehr noch: Farben sind laut des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung die »Muttersprache des Unbewussten«. 99 Prozent aller Farbinformationen verarbeitet unser Gehirn automatisch, ohne klares Denken. Farben wirken sich zudem direkt auf zahlreiche Körperfunktionen aus –auf Stoffwechsel, Atmung, Blutdruck und Muskeltonus. Instinktiv erscheint uns etwa ein Raum höher, wenn die Decke heller ist als der Fußboden und die Wände. Wie genau welche Farbe als Regieanweisung für die innere Balance genutzt werden kann, dafür sollten sich allerdings im Vorfeld einige Fragen beantwortet werden. Die nach der Lieblingsfarbe beispielsweise. Die drei liebsten der Deutschen sind Blau, Grün und Rot. Bei Wohnungseinrichtungen sieht es anders aus: Spitzenreiter sind hier gedeckte Töne wie Vanille, Beige und Lichtgrau. Nahezu 80 Prozent wiederum machen die drei beliebtesten Farben neu zugelassener Fahrzeuge aus, Grau/Silber, Schwarz, Weiß. Und die Lieblingsfarben der Damen für Kleidung? Schwarz, Blau, Grau und Weiß. Ach ja: Trendfarbe 2026 laut Pantone: Cloud Dancer, »ein edles Weiß, das als Symbol für beruhigende Einflüsse in einer Gesellschaft dient, die den Wert der stillen Reflexion wiederentdeckt.« Oder, wie ich es formulieren würde, die Farbe einer blanken Leinwand.</p>
<p>Auch wenn die Blässe vieler beliebter Farben den Nationalheiligen Goethe zu bestätigen scheint, der schon 1810 meinte, »daß wilde Nationen, ungebildete Menschen und Kinder eine große Vorliebe für lebhafte Farben empfinden« – selbst das Schielen auf Andere löst das Problem nicht. Selbst eine unbunte Farbe wie Weiß ist symbolisch vielschichtig codiert. Sie steht für Neuanfang (weißes Blatt Papier) und Alter (weißes Haar), für Hygiene (Arztkittel) und Tod (im asiatischen Raum), für Kälte (Schnee, Eis) und Erleuchtung (die den meditierenden Körper umgibt), für Kapitulation (weiße Flagge) und Unberührtheit (weißes Hochzeitskleid). In China, dies am Rande, sind Hochzeitskleider meist knallrot, die Farbe des Glücks.</p>
<p>Ich sagte ja, es ist kompliziert. Wortwörtlich färben Farben unsere Wahrnehmung und entscheiden, wie wir die Welt interpretieren. Sie kann gar ein Hinweis auf Giftigkeit oder Gefahr sein. Bis vor hundert Jahren war Rosa eine extrem maskuline Farbe, Apotheken in südeuropäischen Ländern sind am grünen Kreuz erkennbar, Filme aus dem Rotlicht-Milieu nennt man in England und Amerika Blue Movies. In Bezug auf die Farbenpsychologie gibt es, so leid es mir tut, kaum Verbindlichkeiten. Klar, Rot fällt auf, sonst wären Ampeln anders konzipiert. Aber ist Orange kontaktfreudig? Grün bodenständig und naturverbunden? Gelb ideenreich?</p>
<p>Wir können auch den Farbenhersteller Alpina fragen. Er hat offenbar einen Poeten eingestellt, der sich für matte Wandfarben beeindruckende Namen, nun ja, ausmalte. Steht Graphitgrau für die »Kunst der Linie«? Ist Pastellgrün die »Essenz der Natur«? Verkörpert Graublau die »Ruhe des Nordens«? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.</p>
<p>Die zentrale Frage ist daher persönlich: Was macht diese Farbe mit Ihnen? Was mit dem Raum? Was in der Galerie fasziniert, erzielt im Wohnzimmer eine andere Wirkung. Wandfarben, Möbel, selbst die Tageszeit verändern die Wahrnehmung: Warmes Abendlicht lässt Ocker leuchten, morgens werden eher Blaunuancen betont. Insofern: Schauen Sie mal in Ihren Kleidungsschrank. Ihr Bücherregal &#8211; jedenfalls dann, wenn Sie zu denen gehören, die es ästhetisch nach Farben ordnen. Vielleicht gefallen Ihnen dann die Arbeit der Künstlerin Lea Kubeneck. Sie listet chronologisch alle in einem Roman genannten Farben grafisch als Streifen auf. Mehr unter <a href="http://www.itiscolorit.com" target="_blank" rel="noopener">www.itiscolorit.com</a>.</p>
<p>Zurück zum Thema, wie ist es bei Ihnen? Welche Farbe dominiert? Schauen Sie auf einige alltägliche Gegenstände. Gibt es eine Farbe, die Ihrer Kaffeetasse oder Ihres Mobiltelefons, die deutlich zu Ihnen spricht, nicht nur flüstert? Das war der erste Schritt. Der zweite: Stellen Sie sich vor die leere Wand. Was benötigt der Raum? Einen Kontrast? Eine visuelle Pause? Und: Stellen Sie sich in der Galerie vor das Gemälde. Verändert sich Ihre Stimmung? Wird sie aktiver oder beruhigt? Wie immer es ausgeht: Intuition ist kein schlechter Ratgeber.</p>
<p>Eine private Bemerkung zum Schluss: Meine Lieblingsfarbe ist, ich gehöre da zur Mehrheit, eine Kombination aus frischem Blau und klaren Weiß. Ein leicht bewölkter Himmel, das Meer mit Gischt, der Matrosen-Look. Lee Ufans »From Line« gefiel mir, war als limitierter Druck auch gerade für 18.200 US-Dollar zu haben, aber: zu teuer, echt. So weist kein einziges der Bilder, das daheim ordentlich hängt – und darum, wie das gut gelingt, das Hängen, wird es in der nächsten Folge gehen –, dieses farbliche Zusammenspiel auf. Wäre zu einfach, oder?</p>
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	<p><strong>Kunstvolle Gedanken von Helmut Ziegler<br />
</strong>Geboren 1958 in Hamburg, unterwegs als Autor, Journalist und Rentner (nebenberuflich). Für das Zeit-Magazin besuchte er Künstler von Martin Eder bis Jonathan Meese in ihren Ateliers. Zuletzt erschien sein Roman „Das letzte Buch“. Mehr zu ihm: <a href="http://www.ha-zett.de">www.ha-zett.de</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.galerie-rieck.de/leben-mit-kunst-farben-koennen-viel/">2. Farben können viel!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.galerie-rieck.de">Galerie RIECK</a>.</p>
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		<title>3. Die Höhe hilft!</title>
		<link>https://www.galerie-rieck.de/3-die-hoehe-hilft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gordon Gröfke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 10:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben mit Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie RIECK]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenösische nordische Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.galerie-rieck.de/3-die-hoehe-hilft/">3. Die Höhe hilft!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.galerie-rieck.de">Galerie RIECK</a>.</p>
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	<p>Eine private Bemerkung vorab: Die meisten Gemälde, die ich besitze, sind an die Wand gestellt. Auf dem Boden oder dem Sideboard. Mit anderen Worten, ich habe deutlich weniger Ahnung vom Hängen als vom, haha, Abhängen.<br />
Deshalb habe ich mir Hilfe von Gordon Rieck geholt, Mitinhaber dieser Galerie. Die Expertise: In seiner Laufbahn hat er zahlreiche Bilder aufgehängt, in der Galerie natürlich, bei seinen Kunden und zu Hause.</p>
<p><em><strong>Helmut Ziegler: Wie viele etwa?</strong></em><br />
Gordon Rieck: Boah, lass mich rechnen: Wir haben bis zu zehn Ausstellungen pro Jahr. Jedes Mal hängen wir zwischen 40 und 70 Gemälde. Während der Ausstellung gibt es auch Umhängungen. Plus Ausstellungen außer Haus und Messen. Und ein bisschen privat. Ich schätze mehr als 500 Gemälde pro Jahr. Und ich mache das in unterschiedlichen Intensitäten seit 35 Jahren.</p>
<p><em><strong>Welchen Fehler hast Du am häufigsten begangen?</strong></em><br />
Nicht das richtige Werkzeug mitgeführt.</p>
<p><em><strong>Was hat gefehlt? Wasserwaage, Zollstock, Bohrer?</strong></em><br />
Wir hängen heute meist mit einem Laser, der ersetzt Wasserwaage und Maßband. Früher haben wir oft ungenau gehängt, einen Zentimeter neben der gewünschten Stelle oder Linie. Das ist mit dem Laser, den wir auf einem Stativ bis in drei Meter Höhe einrichten können, vorbei.</p>
<p><em><strong>Muss man immer bohren oder reichen Klebenägel von Tesa?</strong></em><br />
Denen würde ich nie vertrauen. Wir haben wertvolle Gemälde, es sind immer Unikate. Kunstwerke. Wenn die jemandem etwas bedeuten und das so bleiben soll, würde ich das nicht an einen Tesa Strip delegieren. Für Poster mag das reichen. Nein, meist bohren wir und nehmen dafür immer sehr gute Dübel und ausreichend lange Schrauben mit großem Kopf. Das minimiert die Gefahr, wenn man das Bild über einen Draht hängt und versehentlich unterhakt, dass es sich über den Schraubenkopf schiebt.</p>
<p><em><strong>Haben die meisten Bilder nicht Hakenösen mit diesen Zacken?</strong></em><br />
Es gibt beides – Drähte und Ösen. Bilder mit diesen ausgekanteten Metalllaschen haben je nach Größe auch einen oder mehr Hängepunkte. Je größer ein Bild, desto mehr wiegt es. Also sind Draht oder Öse entsprechend zu wählen.</p>
<p><em><strong>Gibt es Rahmenrichtlinien für Hängungen?</strong></em><br />
Es gibt eine empfohlene Bildhöhe über dem Boden, die sogenannte Museumsregel. Sie besagt, dass die Bildmitte ca. 1,50 Meter über dem Boden befinden soll.</p>
<p><em><strong>An der orientiert Ihr Euch?</strong></em><br />
Es hat natürlich auch mit den Proportionen der Wand zu tun und mit der Größe der Betrachter. Bei Paaren ganz unterschiedlicher Größe würden wir mitteln. In der Galerie hängen wir aber immer einen Tick tiefer, auf 1,40 Meter. Ganz häufig sagen Besucher: „Das ist aber gut gehängt.“</p>
<p><strong><em>Warum?</em> </strong><br />
Weiß ich nicht. Vielleicht sind sie nur nett. Oder unser „etwas tiefer hängen“ sieht nicht ganz so ehrfürchtig aus, wie man es in der Öffentlichkeit gelernt hat. Aber wir finden auch, dass man in ein Bild optisch etwas von oben „reinschauen“ darf. Gerade bei großen Gemälden. Je höher ein Bild hängt, desto weniger entsteht das Gefühl, ich bin drin.</p>
<p><em><strong>Welche verschiedenen Arten der Hängung gibt es? Ich kenne die Petersburger …</strong></em><br />
Mein erster Impuls: Es gibt gute und schlechte Hängungen. Mehr nicht. Und das ist eine Frage des Geschmacks.</p>
<p><em><strong>Genauer wird es nicht?</strong></em><br />
Ich glaube tatsächlich, es gibt keine Antwort auf diese Frage. Ich kenne das noch aus meinen Anfängen in den 90er Jahren, dass Sammler aufgrund von Platzmangel viele Werke neben- und übereinander platzierten, die Petersburger Hängung eben. Die Form, die wir heute am häufigsten haben, ist die Solohängung, mittelzentriert. Wenn du natürlich längere Wände oder mehrere Werke hast, gibt es auch häufig die klassische Reihenhängung. Wenn man mehrere Sachen nebeneinander packt, wird es spannend: Da ist die Hängung nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch entscheidend. Formate, Farben, Motive, Stile bis hin zum Rahmen sollten so passen, dass es nicht aussieht wie „an der Wäscheleine“. Mehrere Bilder kann man streng geometrisch anordnen, als Rechteck, Kreis oder oval. Oder bewusst asymmetrisch. Alles ist möglich. Aber Namen dafür zu haben ist wohl nur theoretisch interessant.</p>
<p><em><strong>Kann man anhand der Hängung ein psychologisches Profil erstellen?</strong></em><br />
Ich habe eine Schlussfolgerung, aber die ist nicht psychologisch im Sinne von das ist jemand, der ist so und so.</p>
<p><em><strong>Sondern?</strong></em><br />
Wenn du viele Bilder hast, liebst du offensichtlich Kunst.</p>
<p><strong><em>Mehr nicht?</em></strong><br />
Mehr nicht. Wenn jemand „auf Effekt“ hängt, fünf Meter Wand, darauf ein Bild von zweimal zwei Meter, idealerweise mit einem Pop-Art-Motiv oder einer Botschaft, sind wir eher im Poser-Bereich. Die meisten Menschen umgeben sich mit Dingen, die mit ihnen sprechen, sie positiv berühren. Die Hängung hat genau dieses Werk bzw. diese Idee zu unterstützen: Hilf mir, einen visuellen Ruhepunkt zu finden.</p>
<p><em><strong>Wie hängt man Bilder über Sofas, Sideboards, Betten?</strong></em><br />
Viele Menschen wollen da einen Abstand von 20 bis 30 Zentimeter. Um nicht mit dem Kopf dagegen zu schlagen oder im Essbereich versehentlich Kaffee drauf zu kleckern. Wobei, bei Ölgemälden wischt man den eigentlich einfach ab. Es ist eben oft eine individuelle Frage: Lehnt man sich im Bett an die Wand, weil man abends gern liest oder nicht? Ist die Sofa-Lehne tief genug oder nicht? Außerdem achten wir gern darauf, dass es keinen Sicherheitsabstand zwischen Werken, Möbeln und anderen Objekten gibt, damit Umfeld und Bild eine optische Verbindung bzw. Überlappung finden.</p>
<p><em><strong>Eine Vase mit Blumen auf dem Sideboard?</strong></em><br />
Genau. Aber oft gibt die Wand die Proportion vor, nicht das Möbelstück. Bei einer sechs Meter breiten Wand kann man auch ein drei Meter breites Bild über das 1,60 Meter breite Bett hängen und es wirkt toll. Es braucht aber oft eine Anbindung. Nichts sieht ja schlimmer aus als ein Bild, das wie eine Briefmarke auf einem A4-Kuvert wirkt.</p>
<p><em><strong>Es gibt Reihenhäuser, Villen, Penthäuser, wo gern im Treppenaufgang gehängt wird.</strong></em><br />
Das Wichtigste ist da, dass das Bild von oben und von unten gut aussieht. Wir lieben das, viele unserer Künstler arbeiten gern hochformatig. Das hat aber immer das Problem, über dem Sofa komisch zu wirken. Insofern bin ich froh, wenn Kunden sagen, dass es eine Treppe gibt …</p>
<p><em><strong>Aber wie hängt man da?</strong></em><br />
Idealerweise wählt man Formate von etwa eins zu zwei, also schmal und hoch. Dann wieder diese 1,40 oder 1,50 Meter Blickhöhe von vorhin, immer von der Treppenstufe aus gesehen. Ob man mehrere dann so hängt, dass sie treppenartig ansteigen, die Oberkante des Ersten die Unterkante des Nächstfolgenden ist, wenn man aufwärts geht, ist wieder Geschmackssache. Mir persönlich ist das zu gezirkelt, ich würde sie leicht versetzen.</p>
<p><em><strong>Wenn Kunden selber hängen wollen, was rätst Du denen?</strong></em><br />
Für die Vorbereitung ist es extrem hilfreich, mit Malerkrepp die Bildformate an die Wand kleben. Alle vier Kanten, nicht nur so ein bisschen. Es gibt auch eine großartige, meines Wissens deutsche App namens Wallary. Mit ihr kann man Gemälde fotografieren, die Maße eingeben, und das Foto über Augmented Reality dann an der eigenen Wand testen.</p>
<p><em><strong>Und technisch?</strong></em><br />
Da geben wir immer drei Tipps mit. Erstens: Zentrieren Sie es ruhig und Oberkante Werk gleich Augenbrauen bzw. Stirnhöhe. Zweitens: Achten Sie darauf, dass die Stifte, Nägel oder Schrauben tief genug in der Wand sind. Nicht nur reinpieken, dann rauscht das Bild irgendwann ab. Und drittens, obwohl das nichts mit der Hängung an sich zu tun hat: Hat dieser Platz wechselndes Licht – und zwar Tageslicht? Tageslicht sorgt dafür, dass das Bild unterschiedliche Zustände und Farbigkeiten annimmt. Ach, und bei Dingen, die unter Glas sind, fragen wir, ob an die Spiegelung gedacht wurde.</p>
<p><em><strong>Apropos Wirkung im Raum …</strong></em><br />
Was mir noch einfällt: Die Wirkung gern auch im Sitzen prüfen, nicht nur im Stehen. Oft hängt über dem Esstisch eine Lampe. Nicht, dass nur die durch das Werk an der Wand hübsch „gerahmt“ wird. Außerdem sollte man sich trauen, immer wieder mal umzuhängen. Hängen zwei Gemälde nebeneinander, reicht es schon, die auszutauschen – schon kann Neues entstehen, das auch gut aussieht.</p>
<p><strong><em>Spielt die Farbe der Wand eine Rolle?</em></strong><br />
Es gibt da zwei Sachen. Wenn es eine gemauerte ist, man die Struktur des Steins sieht, ist das unserem Empfinden nach immer schwierig für Gemälde. Der andere Punkt: In der Galerie arbeiten wir mit einem warmen Mittelgrauton und Kunden fragen uns oft nach dessen RAL-Nummer oder dem Namen. Ich finde, auf Grau sieht fast alles gut aus.</p>
<p><em><strong>Viele Galerien sind weiß.</strong></em><br />
Weiß hat so eine Härte, da wirkt alles immer gleich prominent, geradezu inszeniert. Grau oder andere gebrochene Töne sind da milder, kuscheliger. Gerade in Skandinavien existiert eine relativ große Tradition, mit Farbwänden zu arbeiten. Die haben dieses Rostrot, das Falunrot. Darauf kommt alles ein wenig edler, gerade mit Goldrahmen, genau wie auf dunklem, royalem Blau. Und es gibt in Dänemark auch häufig sehr schöne lindgrüne oder graugrüne Töne.</p>
<p><strong><em>Wie geht man eigentlich mit Neonröhren oder beleuchten Bildern um, muss man die anders hängen?</em></strong><br />
Keine Ahnung. So etwas haben wir nicht.</p>
<p><strong><em>Fast ein schönes Schlusswort. Ich habe aber noch eine Schlussfrage. Hast Du Hängungen gesehen und dachtest, gleich wird mir schlecht?</em></strong><br />
Oh, ja.</p>
<p><em><strong>Nämlich?</strong></em><br />
Okay, zwei Geschichten. Eigenes Erlebnis. Wir haben ein wunderschönes Interieur-Gemälde in warmen bräunlichen Tönen verkauft, so 70 mal 70 Zentimeter. Wir kamen in die Wohnung und der Kunde sammelte Teppiche. Diese Teppiche hingen von der Decke, jeder Zentimeter Wand war mit Teppich bedeckt. Es gab nur einen Flecken, wo ein kleinerer, kürzerer Teppich von oben runterhing. Dann ein Stück Weiß, darunter ein weiterer Teppich. In diese Lücke sollte dieses Gemälde stoßen. Wohl die skurrilste Hängung meines Lebens.</p>
<p><strong><em>Und die zweite?</em></strong><br />
Ein Museum, dem einige Prozente Kulturförderung gestrichen werden sollten. Zehn, glaube ich. Irgendwer hat sich dann ausgedacht, dass man die Gemälde der ständigen Sammlung – hervorragende deutsche Expressionisten, französische Romantik und Gegenwartskunst – dann eben zehn Grad schief hängt, mal nach links, mal rechts. Und mit einem Strich die ideale Kontur andeutete. Das war erstens ein irrer Aufwand und ich fragte mich, wie viel Langeweile muss man dafür haben? Und ich konnte mir die Bilder so echt nicht angucken, also habe ich mit abgeknicktem Hals davorgestanden, damit ich einen Bildeindruck kriege. Hinterher musste ich beinahe zum Physiotherapeuten.</p>
<p><em>[Ende des Interviews]</em></p>
<p>Eine private Bemerkung zum Schluss: Bei den Bildern, die ich besitze, macht es nicht viel aus, dass sie auf dem Boden stehen. Ihr Wert besteht darin, dass ich sie liebe, Rendite müssen sie nicht abwerfen. Bekanntlich sehen das aber viele Menschen anders. In der nächsten Runde geht es daher um das Verhältnis von Kunst und Geld.</p>
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	<p><strong>Kunstvolle Gedanken von Helmut Ziegler<br />
</strong>Geboren 1958 in Hamburg, unterwegs als Autor, Journalist und Rentner (nebenberuflich). Für das Zeit-Magazin besuchte er Künstler von Martin Eder bis Jonathan Meese in ihren Ateliers. Zuletzt erschien sein Roman „Das letzte Buch“. Mehr zu ihm: <a href="http://www.ha-zett.de">www.ha-zett.de</a></p>
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		<title>Leben mit Kunst</title>
		<link>https://www.galerie-rieck.de/leben-mit-kunst-beitrag-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[saliadm2]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 11:53:31 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Zeitgenösische nordische Kunst]]></category>
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